Grenzen der Berichterstattung in Syrien
Die
Berichterstattung ist eher subjektiv, da die verschiedenen Medien
verschiedene Meinungen, Ansichten und verschiedene Sympathien haben. Die
russischen Medien etwa sind eher auf Seiten des Regimes, während die westlichen Medien den Rebellen meist näher sind.
Dabei sind die westlichen
Journalisten oft auf den Schutz der Rebellen angewiesen, da sie sich sonst in
großer Gefahr begeben würden: Es besteht die Gefahr vom Regime verhaftet und
festgehalten, wenn nicht sogar verletzt oder getötet zu werden. Russische Journalisten hingegen genießen den Schutz des Assad-Regimes und müssen die von Rebellen dominierten Gebiete meiden. Ein Überblick über die Situation in größeren Regionen oder gar im ganzen Staat ist so schwer zu erhalten. Journalisten gelangen so zu unterschiedliche Sichtweisen und dementsprechend werden ihre Berichte verfasst.
Unter welchen Bedingungen entstehen Berichte in Syrien?
Berichte in Syrien entstehen keineswegs objektiv, weil Journalisten
entweder das Vertrauen des Regimes oder der Rebellen gewinnen müssen, ansonsten geraten sie in
Lebensgefahr.
Oft müssen
ausländische Journalisten Syrien verlassen, da das Regime ihnen den Aufenthalt
verbietet. Es gibt keine „embedded journalists“ (= engl. in die Aktivitäten einer Armee eingebundene
Journalisten), aber trotzdem versuchen Regime und Rebellen ausländische Presseleute zu kontrollieren.
Rebellen und Regime diskreditieren sich gegenseitig, d.h. sie versuchen den Ruf des Gegners zu schädigen, um das Ausland davon abzuhalten diesen zu unterstützen. Auch syrische Geistliche stehen
auf der Seite des Regimes, um ihre Kirche zu beschützen.
Die Berichte der
Rebellen erlangen allerdings mehr Glaubwürdigkeit vor der Weltöffentlichkeit und sind der Deutungshoheit im Konflikt näher als das Regime, d. h. sie können ihre Interpretation
eines Ereignisses durchsetzen.
Im Kampf um die Gunst des internationalen Publikums werden auch Bilder eingesetzt: Vielfach haben etwa die Rebellen regimetreuen Soldaten Foltervideos abgekauft als Beweismaterial für die Grausamkeit des Regimes. Über die sozialen Medien, die inzwischen neben den traditionellen Medien (Fernsehen, Zeitungen) zu wichtigen Informationsverteilern geworden sind, gelangen solche Infos in Umlauf. Teilweise sind auch Journalisten nur auf kaum überprüfbare Internet-Veröffentlichungen von Rebellen angewiesen.
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