Montag, 14. Oktober 2013

Analyse: Gespaltener Syrischer Widerstand II


Welche Entwicklungen haben dazu beitragen, dass der Widerstand gegen Assad seit dem Jahr 2011 so gespalten ist (Zeitraum ab 1946)?


Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das ehemalige französische Mandatsgebiet unabhängig und zum neuen Staat Syrien. Zeitgleich entsteht Israel und es kommt zu mehreren Kriegen zwischen den beiden Staaten. Dies führt zu einer Dominanz von Militärs in Syrien und zur Verhinderung der Entwicklung demokratischer Strukturen. Nach mehreren Putschversuchen gelingt es schließlich 1970, Hafis al Assad die Macht zu ergreifen, ab 2001 regiert sein Sohn Baschar al Assad (àBild)

Zudem sind die Grenzen des Staates Syrien hauptsächlich auf dem Reißbrett gezogen worden, das heißt auf ethnische, kulturelle und religiöse Unterschiede wurde kaum bis gar keine Rücksicht genommen. Dies hat dazu geführt, dass Syrien heute hauptsächlich von Muslimen bevölkert wird, jedoch gibt es beträchtliche alawitische (etwa Präsident Baschar al Assad), christliche und kurdische Bevölkerungsgruppen. Schon früher wurden kleinere Bevölkerungsgruppen bevorzugt von der französischen Kolonialmacht, um sich dem Zorn der sunnitischen Moslems zu entziehen (so waren die syrischen Bevölkerungsgruppen damit beschäftigt, sich gegenseitig zu bekämpfen etc. wodurch Frankreich nichts zu befürchten hatte). Diese Spannungen zwischen den Gruppen dauern bis heute an, jede Gruppe will primär ihre Interessen durchbringen (die Kurden wollen etwa unabhängig werden), so wird die Bildung einer gemeinsamen, schlagkräftigen Miliz verhindert. Manche Gruppen sind zu Teilen auch gegen den Aufstand, etwa Alawiten und christliche Kirchenoberhäupter, die im Falle eines Sturzes des Regimes Nachteile, Verfolgung oder Schlimmeres befürchten.

Aus diesen Gründen ist die Bildung eines einheitlichen Widerstandes in Syrien gestört und es gelingt der Regierung Assad, die Kontrolle über Syrien zu bewahren.


VerfasserInnen: Julia, Nicolai.

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