Welche Entwicklungen haben dazu beitragen, dass der
Widerstand gegen Assad seit dem Jahr 2011 so gespalten ist (Zeitraum ab 1946)?
Nach dem
Zweiten Weltkrieg wird das ehemalige französische Mandatsgebiet unabhängig und
zum neuen Staat Syrien. Zeitgleich entsteht Israel und es kommt zu mehreren
Kriegen zwischen den beiden Staaten. Dies führt zu einer Dominanz von Militärs
in Syrien und zur Verhinderung der Entwicklung demokratischer Strukturen. Nach
mehreren Putschversuchen gelingt es schließlich 1970, Hafis al Assad die Macht
zu ergreifen, ab 2001 regiert sein Sohn Baschar
al Assad (àBild)
Zudem sind
die Grenzen des Staates Syrien hauptsächlich auf dem Reißbrett gezogen worden,
das heißt auf ethnische, kulturelle und religiöse Unterschiede wurde kaum bis
gar keine Rücksicht genommen. Dies hat dazu geführt, dass Syrien heute
hauptsächlich von Muslimen bevölkert wird, jedoch gibt es beträchtliche
alawitische (etwa Präsident Baschar al Assad), christliche und kurdische
Bevölkerungsgruppen. Schon früher wurden kleinere Bevölkerungsgruppen bevorzugt
von der französischen Kolonialmacht, um sich dem Zorn der sunnitischen Moslems
zu entziehen (so waren die syrischen Bevölkerungsgruppen damit beschäftigt,
sich gegenseitig zu bekämpfen etc. wodurch Frankreich nichts zu befürchten
hatte). Diese Spannungen zwischen den Gruppen dauern bis heute an, jede Gruppe will
primär ihre Interessen durchbringen (die Kurden wollen etwa unabhängig werden),
so wird die Bildung einer gemeinsamen, schlagkräftigen Miliz verhindert. Manche
Gruppen sind zu Teilen auch gegen den Aufstand, etwa Alawiten und christliche
Kirchenoberhäupter, die im Falle eines Sturzes des Regimes Nachteile,
Verfolgung oder Schlimmeres befürchten.
Aus diesen
Gründen ist die Bildung eines einheitlichen Widerstandes in Syrien gestört und
es gelingt der Regierung Assad, die Kontrolle über Syrien zu bewahren.
VerfasserInnen: Julia, Nicolai.
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